Kostenfreie Angebote für Kinder suchtkranker Eltern

11.09.19
Foto: Sibylle von Glasow

Kletterpark, Museum oder Wildpark - es klingt nach ganz "normalen" Angeboten für Kinder in den Sommerferien. Doch dieses Programm richtet sich an eine besondere Zielgruppe: Kinder suchtkranker Eltern. "Wenn Vater oder Mutter abhängig von Alkohol oder Drogen, aber auch Glücksspiel oder Kaufsucht sind, hat das Auswirkungen auf die Kinder", erläutert Andrea Brochhaus von "KisE", der Hilfe für Kinder suchtkranker Eltern bei der Suchthilfe des Diakonischen Werkes an Sieg und Rhein. Jedes sechste Kind ist betroffen, oft weiß in der Umgebung kaum jemand davon. "Für viele Kinder ist das seltsame Verhalten der Eltern, die Geldnot oder das Geheimhalten der Sucht ganz normaler Alltag", so die Sozialpädagogin. „Auch wenn die suchtkranken Eltern ihren Kindern aufgrund ihrer Erkrankung nicht immer gerecht werden können, lieben sie ihre Kinder und wollen, dass ihre Kinder gesund und sicher aufwachsen.“  

Bei KisE wird deshalb auf mehreren Ebenen gearbeitet: "Die Kinder erfahren, was eine Suchterkrankung ist und was das für die Betroffenen bedeutet. So können sie besser einordnen, was zu Hause los ist." Ebenso wichtig sei es, dass die Kinder in Kontakt mit anderen Betroffenen kommen, sich nicht alleine mit dem Problem fühlen. " Die Kinder sollen lernen, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und emotional für sich selbst zu sorgen." Ziel sei es, die Kinder informiert, begleitet und selbstbewusst in dieser schwierigen Situation aufwachsen zu lassen.

Dazu bietet die Suchthilfe - seit 2016 im Auftrag des Rhein-Sieg-Kreises - Gruppen für Kinder von acht bis zwölf, Jugendgruppen von zwölf bis achtzehn, Beratung für Eltern und Familiengespräche sowie Ferienaktionen mit oder ohne Eltern. Alle Angebote der Stelle, die ihr Büro direkt am Troisdorfer Bahnhof hat, sind für Betroffene und ihre Familien kostenlos. Dank der Spende der Dohle Stiftung konnten im letzten und diesem Jahr Freizeitaktionen, wie Theater, Museum, Bowling und Phantasialand angeboten werden. Die Premiere einer mehrtätigen Freizeit am Meer mit Familien aus dem Suchthilfesystem verdanken wir der Spende der Kreissparkasse Köln. Einige Kinder haben zum ersten Mal in ihrem Leben das Meer gesehen. Die Eltern konnten endlich gemeinsam mit ihren Kindern Urlaub machen. Die Aktion ist bei allen Beteiligten sehr gut angekommen.

"All diese tollen Aktionen konnten wir nur mit der Unterstützung durch Spenden ermöglichen. Um auch in Zukunft solche und ähnliche Aktivitäten anbieten zu können, freuen wir uns auch weiterhin über jede Spende, die zu 100 Prozent den betroffenen Familien zugutekommt."

Eine weitere Herausforderung ist die Mobilität, denn die Verbindungen mit Bus und Bahn sind nicht immer optimal für die Kinder. "Daher sind wir immer offen für Ehrenamtliche die bereit sind, uns durch Fahrdienste zu unterstützen." 

Mehr zur Arbeit der Suchthilfe unter: https://www.diakonie-sieg-rhein.de/suchthilfe/hilfe-fuer-kinder-suchtkranker-eltern/

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