Interkulturelle Öffnung wird im Rhein-Sieg-Kreis mit Hilfe der Diakonie gelebt

22.11.19
Logo des Siegels "interkulturell orientiert"

Integration gelingt nur, wenn Einheimische und Zugewanderte sich öffnen und aufeinander zu gehen. Stichwort „Interkulturelle Öffnung“. Eine Starthilfe dazu bietet das Siegel „Interkulturell orientiert“, ein Kooperationsprojekt der Integrationsagenturen des Caritasverbandes Rhein-Sieg, der Diakonie An Sieg und Rhein und der Kurdischen Gemeinschaft Rhein-Sieg/Bonn mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises. In einem einjährigen Prozess werden Verwaltungen, Institutionen und Organisationen in kommunaler Trägerschaft auf dem Weg der interkulturellen Öffnung begleitet.

Die Verleihung des Siegels „Interkulturell orientiert“ ist Abschluss und Höhepunkt des Zertifizierungsprozesses. Das Siegel darf zwei Jahre lang verwendet werden, bevor eine Rezertifizierung stattfindet. Kommunen und Einrichtungen zeigen damit, dass sie Integration als Querschnittsaufgabe verstanden haben und in das öffentliche Bewusstsein heben wollen.

Jetzt wurden ausgezeichnet: das Sozial -und Wohnungsamt Troisdorf, die Gemeinde Swisttal, das Siegtal-Gymnasium Eitorf und der Jobcenter Rhein Sieg. Bei der Verleihung des Siegels „Interkulturell orientiert“ im Siegburger Stadtmuseum hat der Geschäftsführer der Diakonie An Sieg und Rhein und Sprecher der Wohlfahrtsverbände, Patrick Ehmann, zwei verheißungsvolle und zwei kritische Punkte angesprochen. Er freue sich, dass „das Thema interkulturelle Öffnung in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“ und dass das kommunale Integrationszentrum und die Integrationsagenturen sehr gut zusammenarbeiten. Im Landkreis sei die Zusammenarbeit von Kommunalverwaltungen und den Wohlfahrtsverbänden grundsätzlich gut.

Besorgt zeigte er sich darüber, dass das Verhältnis dieser Akteure im Sinne der Subsidiarität – der Staat soll erst dann eingreifen, wenn die Zivilgesellschaft Dinge nicht regeln kann –  zu verändern drohe und staatliche Organe vermehrt zivilgesellschaftliche Organisationen zurückdrängten.

Zudem mahnte er dringlich: Wenn Geduldete keine Aufenthaltsperspektive erhalten, könne auch Integration nicht gelingen. Hier gelte es politische Weichenstellungen bei der Flüchtlings- und Migrationspolitik kritisch zu begleiten.

In einem lebhaften und kontroversen Vortrag kommentierte Prof. Dr. Claus Melter von der Fachhochschule Bielefeld den Siegelprozess aus rassismuskritischer Perspektive. Melter betonte, dass der eingeschlagene Weg im Rhein-Sieg-Kreis vorbildlich sei, es aber noch viel zu tun gebe, bevor wirkliche Gleichstellung erreicht werde.

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