Wortwolke zum Abschluss der Werkstatt Integrierte Sozialberatung beim Diakonie-Zukunftskongress

Zukunftskongress – Viele gute Anregungen

von Anna Neumann

26.11.2023

Vom Gefühl her ist das Bild eindeutig: „Begeisterung“ steht groß und fett im Zentrum der Wortwolke. Diese Begeisterung gilt der innovativen Idee „Integrierte Sozialberatung“.


Welche Emotion wurde am stärksten angesprochen? Mit dieser Frage an die Teilnehmenden endete die Werkstatt über die Integrierte Sozialberatung, eine Initiative der Diakonie An Sieg und Rhein. Sie wurde beim Zukunftskongress der Diakonie Deutschland vorgestellt.

Eine solche Wortwolke kommt von den Beteiligten selbst, sie haben die Begriffe genannt. Unter ihren Emotionen finden sich auch „Zweifel“ als Antwort – neben „Neugier“, „Tatendrang“, „Freude an Kooperation“ und „gute Beratung“.

Eine Idee zieht Kreise – und braucht „Weiterentwicklung“; auch diese Rückmeldung steht in der Wortwolke. Patrick Ehmann, Geschäftsführer der Diakonie An Sieg und Rhein, und Michaela Teigelmeister, dort Leiterin der „Offenen Sozialberatung“, haben die Idee der Integrierten Sozialberatung entwickelt und suchen derzeit sowohl gezielt fachliche Rückmeldungen darauf, als auch Finanziers, um das Modell für die Sozialberatung der Zukunft in die Praxis umzusetzen.

Die Einladung zum Diakonie-Zukunftskongress passte da natürlich perfekt. Das Ziel des Kongresses: Ideen gegen Fachkräftemangel, für Digitalisierung in der Pflege oder beispielsweise auch für Klimaschutz im Diakonie-Alltag besprechen. Mit dem Kongress „Vision 2048“ in Leipzig hat die Diakonie Deutschland ihr Jubiläumsjahr „175 Jahre Diakonie #ausLiebe“ abgeschlossen.

In der Werkstatt haben sich die Teilnehmenden über ein Rollenspiel mit der Idee der Integrierten Sozialberatung auseinander gesetzt. Wie muss der Prototyp aussehen, wenn das Problem zum Beispiel so liegt: Eine Klientin sucht in der Diakonie Hilfe, landet beispielsweise wegen einer ungeplanten Schwangerschaft in der Schwangerenberatung. Stellt sich nun heraus, dass sie weitere Sorgen hat, etwa durch ihren Status als Migration, muss die Diakonie sie in andere Hilfen weiterverweisen.

Denn heute herrscht eine Art Säulen-System. Pech für Klient:innen: Sie müssen für jedes Problem einen extra Termin machen – in der Migrationsberatung, in der Suchthilfe, in der Sozialberatung. Das heißt, sie müssen „der Hilfe hinterherlaufen“, wie Patrick Ehmann von der Diakonie An Sieg und Rhein beklagt. Deshalb die Idee der integrierten Beratung. Hilfe soll so revolutioniert werden, dass Ratsuchende Hilfe aus einer Hand bekommen.

In der Rolle einer Schwangerenberaterin in „Musterstadt“, als fiktive Migrationsberaterin in „Fernhausen“ und in weiteren Funktionen spielten die Teilnehmenden im Workshop in Leipzig die Integrierte Sozialberatung erstmals durch – eine nützliche „Weltpremiere“, wie Diakonie-Geschäftsführer Patrick Ehmann sagt. Mit „vielen guten Anregungen“ aus Leipzig werden Ehmann und Teigelmeister die Integrierte Sozialberatung nun weiter vorantreiben.

Werkstattpodium mit Michaela Teigelmeister (l.) und Patrick Ehmann (r.).
Werkstattpodium mit Michaela Teigelmeister (l.) und Patrick Ehmann (r.).
Eine Teilnehmerin hat die Rolle Migrationsberatung der Diakonie
Das Rollenspiel mit Migrationsberatung der Diakonie "Fernhausen" hilft, die Idee zu durchdenken.
Blick in das Werkstattgespräch auf dem Zukunftskongress
Werkstattgespräch über Integrierte Sozialberatung auf dem Zukunftskongress der Diakonie Deutschland
Michaela Teigelmeister und Patrick Ehmann (r.) mit Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland.
Michaela Teigelmeister und Patrick Ehmann (r.) mit Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland.

Links

mehr über die Idee der Integrierten Sozialberatung erfahren: Filme und Infos sowie Link zur Kongress-Site