Weihnachten verheißt: Gott kommt in die Welt

20.12.19

WEIHNACHTSBOTSCHAFT

VON SUPERINTENDENTIN ALMUT VAN NIEKERK

"Driving home for Christmas" singt Chris Rea mindestens stündlich im Radio - und auch viele Klassentreffen finden in dieser Zeit statt, „weil dann ja alle wieder in der Heimat sind".

Das Weihnachtsfest ist für viele Menschen verbunden mit der äußeren und inneren Heimat - gefeiert wird oft mit der Familie, Menschen kehren für die Feiertage in ihre Heimatorte zurück.

Wir blicken auf ein unruhiges Jahr zurück - mal wieder. Meinungsverschiedenheiten werden lauter, mitunter gewalttätig ausgetragen. Extreme Ansichten finden ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft. Menschen suchen sich "Meinungsblasen" im Internet und anderswo, wo nur noch das gesagt und gedacht wird, was zum eigenen Weltbild passt. Und gegen die "Anderen" ausgeteilt wird, dass der Eindruck entsteht: "Es ist ein Hass entsprungen". Der selbst definierte Begriff Heimat muss verteidigt werden gegen die, die vermeintlich nicht dazugehören. So wird gedacht und auch gewählt.

Für mich steht hinter beiden Entwicklungen eine tiefe Sehnsucht: die Sehnsucht nach Geborgenheit, Sicherheit, klaren Verhältnissen. Diese Sehnsucht wird stärker, je (scheinbar) unsicherer und unklarer die Welt um uns herum wird. Das ist menschlich.

An Weihnachten wird diese Sehnsucht verbunden mit dem Anspruch an ein friedliches Fest in harmonischer Gemeinschaft. Und der Kirchenbesuch gehört für viele Menschen auch dazu, denn auch Kirche ist vertraut, ist Heimat und Geborgenheit. Als Christinnen und Christen teilen wir diese Sehnsüchte. Wir stimmen "Es ist ein Ros entsprungen" an.

Weihnachten erinnert uns auch an etwas Anderes: dass diese Welt, unser Leben keine Ansammlung isolierter Blasen ist, kein Kampfplatz menschlicher Ideologien ist und nicht nur der Befriedigung persönlicher Ansprüche dient. Vielmehr ist die Welt verbunden, durchdrungen, erfüllt von Gottes Gegenwart. Bei ihm finden Menschen Heimat und Geborgenheit - unabhängig von menschengemachten Trennungen nach Ideologie, Herkunft oder sozialem Status.

Gott kommt in die Welt, an einem Ort am Ende der Welt, am unteren Ende der sozialen Leiter - und bietet seine Botschaft der Nähe und Liebe gerade dadurch allen Menschen. Heimat ohne Ausgrenzung, Geborgenheit ohne Abgrenzung. Orientierung ohne Hass.

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