Tag des Ehrenamts: Diakonie sagt Danke

06.12.19
Die Freiwilligen, denen die Diakonie mit der Feier für ihr Engagement dankte, erhielten zum Schluss zum Mitnehmen kleine Samentütchen geschenkt.

Manchmal muss doch nur ein Haken umgebogen werden, sagt Julia Oberdörster (34). Und schon funktioniert der Toaster wieder. Die Reparateure haben ein großes Wissen, erweitern es immer wieder durch regelmäßigen Austausch. Ventilator, Kaffeemaschine, Spielsachen - auch sie werden im Repair-Café wieder flott gemacht. Julia Oberdörster, beruflich als Klimaschutzmanagerin der Stadt Siegburg tätig, ist ehrenamtliche Koordinatorin für das Repair-Café. Sie freut sich besonders, dass das Reparieren Müll vermeiden hilft.

Mehr als fünfzig Freiwillige folgten der Einladung
in den "Zeitraum" der Diakonie in Siegburg.
Fotos: ekasur.de

 

Ehrenamtliche vom Repair-Café gehörten zu den mehr als fünfzig Menschen, denen die Freiwilligen-Agentur für den Rhein-Sieg-Kreis jetzt „Danke“ gesagt hat - in Form einer Feier. Termingerecht: Gefeiert wurde am Internationalen Tag des Ehrenamts. „Wir sagen Danke!“, betonte Birgit Binte-Wingen, die Leiterin der Freiwilligen-Agentur. „Lassen Sie es sich gutgehen!“ Andrea Eisele, Leiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung (eeb) im Kirchenkreis An Sieg und Rhein, fasste zusammen: Ehrenamt ist manchmal auch anstrengend, aber erstmal „wunderbar“.

Patrick Ehmann, Geschäftsführer des Diakonischen Werks An Sieg und Rhein, verband seinen Dank mit dem Hinweis, dass in allen Gruppen zusammen rund hundert Ehrenamtliche tätig sind. Kaffee und Kuchen, eine unterhaltsame Geschichte, zum Schluss Pizza - dazwischen stellten sich die vielen verschiedenen Gruppen einander vor. 

Etwas zurückgeben

Zum Beispiel die Ehrenamtliche, die sich in der Kleiderkammer der Schwangerenberatung engagiert. Zum Beispiel diejenigen, die das „Erzählcafé“ und die den Näh- und Handarbeitstreff am Laufen halten. Zum Beispiel die Menschen, die sich ehrenamtlich als gesetzliche Betreuerinnen oder Betreuer einsetzen.

Zu den Sprachpaten gehört ein Mann, der über das Deutschlernen in die Gruppe kam und nun „etwas zurückgeben möchte“, wie er sagt. Er hilft mit seinen Kurdisch- und Arabisch-Kenntnissen. 

„Patengroßeltern“ nennt sich eine weitere Gruppe, die sich ebenfalls kurz und bündig vorstellte. Basteln, backen, verstecken spielen: Ihr Tun sei ein Beziehungsangebot, keine Haushaltshilfe, stellten Mitglieder klar und berichteten, dass sie Verstärkung gut gebrauchen könnten: Die Nachfrage ist größer als die bisherige Zahl der Patinnen und Paten. 

Breites Aufgabenfeld

Andere begleiten Seniorinnen und Senioren, die noch zuhause leben - zur Bank, beim Einkauf, zum Friedhof. Wieder ein anderer skizzierte seine Betreuung eines Mannes mit beginnender Demenz. Staunen dann auch untereinander: Sie habe gar nicht gewusst wie breit die Themen sind, sagt eine Frau.  

Erst seit September im Einsatz ist Astrid Camps (74) aus Siegburg - sie ist eine Patin für Ausbildung (PfAu). „Ich schlittere noch ein bisschen“, sagt sie rundheraus. Ihre Patentochter ist eine 15-jährige Schülerin, die zurzeit einen Platz für ein dreiwöchiges Praktikum suchen muss. „Ich bin ungeduldig und hoffe, dass sie bald in die Gänge kommt“, meint Camps. Aber der Schülerin die Suche abnehmen „wäre ja auch nicht gut“.

Glück und Erfüllung

Schon länger dabei, ebenfalls als Ausbildungspate, ist Andreas Schüchter (55) aus Söven. Sein „Patenjunge“ hat es gerade von der Förderschule in eine Schlosserausbildung in einem Stahlwerk in Hennef geschafft.

Warum er sich engagiert? Weil er selbst so viel Glück im Leben hatte, sagt Schüchter. Nach der Hauptschule zum Elektriker ausgebildet, heute Ausbilder für Mechatroniker bei der Deutschen Bahn. Weil alle drei Kinder aus dem Haus sind. Und weil Ehrenamt „Glück und Erfüllung“ ist.

Informationen über die Freiwilligen-Agentur im Web

Diakonische Einrichtungen

Hilfe für Menschen mit Behinderung

Evangelisches Kinder- und Jugendheim

Diakonische Hilfen im Kölner Raum

Online-Service für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen

© 2009 Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein | Zeughausstr. 7-9, 53721 Siegburg | Fon: 02241/5494-0 | Impressum | Datenschutzerklärung