Superintendentin: "Spirale der Vergeltung kann durchbrochen werden"

03.05.19
Foto: Ekasur
Superintendentin Almut van Niekerk äußert sich zu Anschlägen.

Menschen versammeln sich, um zu beten. Sie suchen Gemeinschaft, Frieden - und wollen feiern. So war es in der Synagoge in Kalifornien. So war es in den Kirchen in Sri Lanka. So war es in den Moscheen in Christchurch. Und dann kommen andere Menschen, zerstören, töten, vernichten. Weil sie es nicht ertragen, dass andere anders sind? Weil sie Feindbilder brauchen? Weil sie nicht verstehen können oder wollen, dass Fundamentalismus, Rassismus oder Intoleranz nicht die Perspektive für unsere Welt, unser Zusammenlebens sein können?

Die Welt kommt nicht zur Ruhe: Hass und Vergeltung und immer größeres Leid. Diese Spiralen der Gewalt sehen wir auf allen Kontinenten. Sie werden religiös oder ideologisch oder familiär oder mit was auch immer begründet. Jedenfalls scheint als Reaktion auf erfahrenes (tatsächliches oder vermeintliches) Unrecht nur größere Gewalt angebracht. Schon das Alte Testament aber versucht, diese Eskalationen zu begrenzen mit "(nur) Auge um Auge, Zahn um Zahn", also verhältnismäßig bleiben, das Ausmaß an Gewalt nicht steigern. Und: Es ging um Schadenersatz, nicht wechselseitige Verstümmelung. Jesus geht seinen radikal liebenden Weg: „Feindesliebe!" ist die Losung! Wer ihn sich als Vorbild nimmt, schaut erschrocken auf die Nachrichten dieser Tage.

Den Familien der Opfer gehört unser aufrichtiges Beileid. Zum Mitgefühl kommt aber auch die klare Erkenntnis, dass auch Christen sehr wohl Zielscheibe von Gewalt sind. Wer Aggression aus ideologischen Gründen allein als „vom Westen" oder „von Christen" ausgehend sieht, liegt objektiv falsch.

Und wie reagieren wir Christen auf diese Gewalt? Schaffen wir es, die Spirale des Terrors zu durchbrechen? Karfreitag und die Osterzeit können uns den Weg weisen hinaus aus der allzu menschlichen Rache, hin zum Frieden, den Gott schafft und wir verwirklichen können.

 

 

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