„Selbstbestimmte Verhütung für alle“

31.03.16
Foto: ekasur_jhp

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Leiterin Rita Birkenbeil erläutert Pfarrer Ulrich Pollheim die Verwendung der Spendenmittel

„Weil kein Geld für Verhütungsmittel da ist, gibt es immer wieder ungewollte Schwangerschaften“, sagt Rita Birkenbeil, Leiterin der Schwangerenberatungsstelle des Diakonischen Werkes An Sieg und Rhein. Mit diesem Zusammenhang möchte sich die Evangelische Friedenskirchengemeinde Troisdorf nicht abfinden. Sie spendete nach 2008 und 2014 jetzt zum dritten Mal für Beihilfen zum Kauf von Pille, Spirale und Co. 5000 Euro überreichte Pfarrer Ulrich Pollheim der Diakonie im Namen der Gemeinde.  „Mit diesem finanziellen Engagement möchten wir dazu beitragen, dass das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung für alle Menschen gilt. Auch Hartz-IV-Empfängerinnen müssen entscheiden können, ob sie schwanger werden wollen oder nicht und wie sie verhüten wollen“, so Pollheim.

Luxusgut Verhütungsmittel

„Seit Einführung der Hartz-IV-Gesetze können sich Frauen mit geringem Einkommen kaum noch Pille oder Spirale leisten, Verhütungsmittel werden immer mehr zum Luxusgut“, so  Birkenbeil bei der Scheckübergabe. Für sie liegt die Lösung des Problems auf der Hand: Hartz-IV-Empfängerinnen sollten wieder kostenlos Zugang zu Verhütungsmitteln haben, das sei vor der Reform der Sozialgesetzgebung so geregelt gewesen und habe sich bewährt. Laut Birkenbeil gelingt es Hilfeempfängerinnen in der Regel nicht, von den ihnen zur Verfügung stehenden monatlich 364 Euro, Geld für Verhütungsmittel abzuknapsen. Die Pille kostet pro Monat etwa zehn Euro, für eine Hormonspirale werden alle fünf Jahre rund 300 Euro fällig und die Sterilisation einer Frau reißt ein Loch von 400 bis 600 Euro in die Haushaltskasse. Weil das Geld fehle, komme es immer wieder zu ungewollten Schwangerschaften.

Als freiwillige Leistung für bedürftige Frauen übernimmt der Rhein-Sieg-Kreis einen Zuschuss zu den Kosten für Verhütungsmittel nur dann, wenn durch eine Schwangerschaft eine „psychosoziale Notlage“ eintritt. Das bedeutet, dass nur wenige Frauen Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben. Aus dem Topf mit den zusätzlichen kirchlichen Mitteln konnte die Diakonie im letzten Jahr an 26 Frauen insgesamt 2453 Euro für Verhütungsmittel auszahlen.

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