Herbstsynode: Erstmals erprobte Jugendsynode im Kirchenkreis An Sieg und Rhein überzeugte

21.11.19
Foto: ekasur
Superintendentin und Pfarrerin Almut van Niekerk begrüßt die 132 Synodalen zum zweiten Synodentag im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Beuel.

Der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen der zweitägigen Herbstsynode, die erstmals mit einer Jugendsynode am Freitag startete. Insgesamt begegneten sich 80 Jugendliche und Erwachsene aus den 33 Kirchengemeinden und den kreiskirchlichen Dienststellen, wie etwa der Evangelischen Erwachsenenbildung (eeb) und dem Diakonischen Werk. Daneben nahmen auch Jugendliche aus den Arbeitsfeldern der kreiskirchlichen Pfarrstellen teil. So brachten Schulpfarrer Schülerinnen und Schüler in das Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Beuel mit. Das Thema der erstmals durchgeführten Jugendsynode stand unter der Überschrift “Frieden machen“ - passend zur diesjährigen Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15).

Jugend formuliert Thesen zum Frieden
Die Teilnehmenden der Jugendsynode hatten via neuer Online-Kommunikationsplattformen die Möglichkeit, ihre Gedanken zur Frage „Frieden ist für mich“ blitzschnell durch den Einsatz des Smartphones an die Leinwand zu projizieren. So bedeutete Frieden für den einen „Ruhe“, „Entfaltungsfreiheit“, „innige Liebe“, für den anderen „Akzeptanz“, „Glück“ oder „Zusammenhalt“. In Kleingruppen arbeiteten Jugendliche und Erwachsene gemeinsam an sieben Facetten des Themas "Frieden machen" wie „Frieden in der Gesellschaft“, „Frieden zwischen den Kulturen“ oder etwa „Frieden als politische Aufgabe“. Daraus wurden Thesen entwickelt, die anschließend als Ergebnisse dem Plenum vorgestellt wurden. Diese Forderungen der Jugend gingen in den zweiten Synodentag ein. Sophie S. aus Lohmar beteiligte sich als Jugendliche an der Synode und zeigte sich angetan vom regen Austausch. „Jugend schafft neue Ziele. Es ist Zeit, neue Wege einzuschlagen und zuzuhören, was wir Jugendlichen uns für die Zukunft wünschen."

Inspiriert vom regen Diskurs mit den Jugendlichen berichtete Pfarrerin Almut van Niekerk, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein, am zweiten regulären Synodentag den 132 Delegierten von den konstruktiven Ergebnissen der Jugendsynode. Van Niekerk stellte in Aussicht, dass aus den vielen Ideen „ein kompaktes Ganzes gemacht“ werde. Die Aktionsvorschläge aus der Jugendsynode werden aufgegriffen, beschloss die Kreissynode. Eine nächste besondere Synode ist für das Jahr 2021 geplant. 

Bericht der Superintendentin
Wie üblich erwarteten die Delegierten des Ev. Kirchenkreises An Sieg und Rhein mit Spannung den Bericht der Superintendentin und des Kreissynodalvorstandes (KSV). Van Niekerk thematisierte darin u.a. den konstatierten Mitgliederschwund, den Relevanzverlust der Kirchen in der Gesellschaft sowie die Herausforderungen, die die Digitalisierung im schnelllebigen Zeitalter fordert. Diese Fakten bereiteten ernstzunehmende Sorgen und forderten zum Umdenken auf. Derzeit habe der Kirchenkreis viele Pfarrerinnen und Pfarrer, aber zeitgleich schrumpfe die evangelische Kirche in der Region auch aufgrund des demographischen Wandels, so van Niekerk. Es stelle sich die Frage, wie lange Optimierung im Bestand klappe. Trotz der düsteren Aussichten warb die Theologin für „Leidenschaft“, „Innovationskraft“ und „Begeisterung“, um dem Trend mit aller Kraft und Kompetenz entgegenzuwirken.

Das Kirchenparlament ließ sich über die aktuelle Entwicklung bezüglich der neuen Buchhaltungs-Software "Wilken" unterrichten, die zum Jahresbeginn von der Landeskirche eingeführt werden soll. Die gestiegenen Kosten erregten die Gemüter schon bei der Landessynode im vergangenen September. Auch die Delegierten An Sieg und Rhein forderten Aufklärung und Konsequenzen.

Für die 33 Kirchengemeinden wurde eine neue kooperative Visitationsordnung beschlossen, die 2021 umgesetzt wird. Die Kirchengemeinden sind aufgefordert, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig zu beraten. Der neuen Ordnung zur Folge tauschen sich Pfarrerinnen und Pfarrer, Mitglieder des Presbyteriums sowie Ehren- und Hauptamtliche mit ihren zugeteilten Kirchengemeinden aus. Mitglieder des KSV begleiten und moderieren den strukturierten Austausch. „Nicht kontrollieren, sondern beraten“, stehe bei der neuen Visitationsform von vergleichbaren Kirchengemeinden im Vordergrund, erklärte der stellvertretende Superintendent und Pfarrer Carsten Schleef.

Neue und scheidende Mitarbeitende
Der Kirchenkreis freut sich über neue Mitarbeitende. Seit Oktober dieses Jahres ist Pfarrer Helmut Müller neuer Pfarrer des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene (GMÖ) in der Region Köln/Bonn. Ebenso neu an Bord ist Pfarrerin Christiane Böcker, die die Pfarrstelle für Behindertenarbeit bekleidet. Die Kirchengemeinden Birk, Honrath und Lohmar freuen sich über Pfarrer Oliver Bretschneider.
Abschied nehmen hieß es vom Troisdorfer Gemeindepfarrer und stellvertretenden Mitglied im KSV Dietmar Pistorius , der Anfang nächsten Jahres zum Kirchenkreis Bonn wechselt. Der Kirchenkreis Bonn wählte Pistorius am 16. November zum Superintendenten. Auch zahlreiche Synodale waren zum letzten Mal dabei, weil ihre Amtszeit in den gemeindlichen Leitungsgremien endet. Sie wurden mit herzlichem Dank verabschiedet.

Bericht der Superintendentin und des KSV

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