Einer trage des anderen Last

13.03.20
Superintendentin Almut van Niekerk

Ein Statement von Superintendentin Almut van Niekerk angesichts der Coronavirus-Pandemie

Es ist ein zweitausend Jahre alter Gedanke, aufgeschrieben im Buch des Lebens, der Bibel. Dieser Satz bringt auf den Punkt, worum es jetzt angesichts der Coronavirus-Pandemie geht: „Einer trage des anderen Last!“.

Dieser Satz des Apostels Paulus sollte auch heute Richtschnur sein. Es ist die Mahnung an die Gesunden, sich an die Empfehlungen im Umgang mit dem Coronavirus zu halten, um Schwächere zu schonen. Um nicht zu wandelnden Verteilstationen des Virus zu werden. Um Ältere und Kranke, für die das Virus zur tödlichen Gefahr werden kann, vor Ansteckung zu bewahren. Um ihnen keinesfalls eine Last zu werden. Wir stecken zurück, verzichten auf schöne Selbstverständlichkeiten wie das Händereichen zu Begrüßung und Abschied, um Leben zu sichern und Risiken zu minimieren.

Die Last des anderen zu tragen – das heißt aber auch, als Kirche weiterhin für die Menschen präsent zu bleiben. Gerade jetzt. Gerade in dieser aufgeregten Zeit von wirklich schlechten Nachrichten. Wir verschieben Veranstaltungen, manches sagen wir auch ab, aber solange die Gesundheitsämter nicht jegliche Zusammenkunft in geschlossenen Räumen untersagen, feiern wir weiterhin Gottesdienst – nur mit ungewohnt viel Abstand in den Bankreihen.

Kirche bleibt offen. Wir Seelsorgerinnen und Seelsorger sind ansprechbar. Pfarrerinnen und Pfarrer sind voll und ganz und uneingeschränkt im Dienst. Die Kirche bleibt – auch über Telefon und digitale Medien. Sie ist Anker in turbulenter Zeit.

Das zeigt sich auch darin, wie Gemeindeglieder miteinander umgehen. Es gibt so viele Gelegenheiten für Unterstützung: für andere einkaufen, die sich wegen ihres Gesundheitszustands nicht im Supermarkt aufhalten sollen; jemanden anrufen, dem das Alleinsein zu viel wird; sich aktiv digital als Gemeinde vernetzen, um Gemeinschaft erlebbar zu machen.

So können wir die Last des anderen mittragen, es für alle leichter machen und der Pandemie samt ihren vielen Auswirkungen etwas von der Wucht nehmen.

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