Brücken bauen und Netze knüpfen

27.02.18
Foto: ekasur_jhp

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Rückblick auf zehn Jahre Arbeit der Diakonie-Integrationsagentur (Maria Neuschaefer-Rube und Michaela Teigelmeister li.)

Deutschlandweit leben die meisten Zuwanderer im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Damit das Zusammenleben vor Ort gelingt, richtete die Landesregierung 2007 Integrationsagenturen ein. Ihr Job: Brücken bauen zwischen Zuwanderern und Einheimischen. Diese Vernetzungs- und Dialogarbeit leistet im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis seit Ende 2007 die Integrationsagentur des Diakonischen Werkes An Sieg und Rhein.

„In den zehn Jahren seit Eröffnung der Integrationsagentur hat sich in unserer Region viel für zugewanderte Menschen getan. Ihre Bedürfnisse werden ernst genommen und spiegeln sich inzwischen in den Unterstützungs-Strukturen vor Ort wider“, sagt Michaela Teigelmeister. Die Diplom-Sozialpädagogin weiß wovon sie spricht. Sie war 2007 Mitgründerin der Diakonie-Integrationsagentur. „Wir mussten zu Beginn dicke Bretter bohren. Immer wieder hörten wir  die Frage: Warum sollen wir uns ändern und etwas anbieten, damit Zuwanderer am gesellschaftlichen Leben teilhaben können?“

Verschiedene Kulturen haben einen Mehrwert für alle

Dieser grundsätzlichen Skepsis begegnet Maria Neuschaefer-Rube inzwischen nur noch selten. Ihre Gesprächspartner stellen zunehmend fest, dass verschiedene Kulturen in einer Gesellschaft einen Mehrwert für alle haben. Vom Standort Siegburg aus, leitet die Ethnologin seit sechs Jahren die Integrationsagentur der Diakonie. „Ich baue Brücken zwischen der Einwanderungs- und der Aufnahmegesellschaft und knüpfe mit am regionalen  Netzwerk Integration“, skizziert sie ihre Arbeit. Die Beratung von Pflegediensten, Vereinen, Religionsgemeinschaften und Kitas gehört dazu, ebenso interkulturelle Trainings. An diesen  Fortbildungen haben in den letzten vier Jahren fast 300 Haupt- und Ehrenamtliche teilgenommen - Erzieherinnen, Tagesmütter, Flüchtlingshelfer, Pflegepersonal und Jugendpädagogen.
 
Auch das Projekt „Mimi – mit Migranten für Migranten“ hat Maria Neuschaefer-Rube mit auf den Weg gebracht. Dabei informieren speziell geschulte Migranten als Gesundheitslotsen ihre Landsleute über das deutsche Gesundheitssystem und Möglichkeiten der Prävention. Überhaupt ist das Thema Gesundheit mittlerweile ein Schwerpunkt der Arbeit. Fast täglich erreichen die Integrationsagentur Anfragen nach mehrsprachigen Ärzten oder Pflegepersonal, es werden Sprachmittler mit medizinischen Kenntnissen gesucht oder Begleitungen für Patienten.

Echte gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen

Die Unterstützung von Institutionen bei der interkulturellen Öffnung ihrer Angebote ist ein zentrales Anliegen der Integrationsagentur. „Am Anfang steht immer der Wunsch einer Einrichtung, sich für die Bedürfnisse von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen zu öffnen. Der Zugang zu den Angeboten soll einfacher werden und damit echte gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen“, sagt Neuschaefer-Rube. „Wir schauen dann zusammen darauf, was schon da ist, welche personellen und finanziellen Ressourcen es gibt und legen die nächsten Schritte fest.“ Das kann ein interkulturelles Training sein, die Übersetzung von Informationsmaterial oder die Beschäftigung von Dolmetschern. Die Vernetzung der Institutionen untereinander spielt ebenfalls eine große Rolle. Ein Beispiel dafür ist das Siegel „Interkulturell orientiert“, das im Oktober 2017 im Rhein-Sieg-Kreis eingeführt wurde. Das Kommunale Integrationszentrum und die drei Integrationsagenturen von Caritas, Kurdischer Gemeinschaft und Diakonie ziehen an einem Strang, um Kommunen und Vereine bei der interkulturellen Öffnung zu begleiten.

„Seit der Gründung unserer Integrationsagentur vor zehn Jahren wurden zahlreiche Projekte angestoßen und Menschen unterschiedlicher Herkunft informiert und zusammengebracht. Die Bilanz kann sich sehen lassen“, freut sich Michaela Teigelmeister. „Dennoch bleibt das Thema uns erhalten, denn Integration ist ein auf Dauer angelegter Prozess.“

Interkulturelle Öffnung - so geht's
Ein Gespräch über die Arbeit der Integrationsagentur
mit Maria Neuschaefer-Rube

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