Abstand halten und zu Hause bleiben - für Geflüchtete in der ZUE in Sankt Augustin unmöglich

20.05.20
„Es ist einfach nicht zu verantworten, in dieser Pandemie-Zeit so viele Menschen auf so engem Raum unterzubringen": Superintendentin Almut van Niekerk

Mit großer Sorge schauen der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein und seine Diakonie auf die Entwicklungen in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Sankt Augustin, in der zahlreiche Geflüchtete mit dem Coronavirus angesteckt sind. „Es ist einfach nicht zu verantworten, in dieser Pandemie-Zeit so viele Menschen auf so engem Raum unterzubringen. Ich verstehe, dass sie Angst haben und fühle mit ihnen“, sagt Superintendentin Almut van Niekerk. Die Theologin steht Kirchenkreis und Diakonie vor. Ihre Wertschätzung gilt den Engagierten, die vor Ort mithelfen, die Ausbreitung zu stoppen.

„Am meisten ärgert mich aber gerade, dass in den sogenannten Sozialen Medien Stimmung gegen die Geflüchteten gemacht wird. Dabei sind sie doch die Betroffenen.“ Die Superintendentin macht deutlich, dass die Geflüchteten Unterstützung benötigen. Damit stellt sie sich hinter die verschiedenen Initiativen der Diakonie, die sich bereits vor den bekannt gewordenen bestätigten Infizierungen für die Bewohner*innen der ZUE eingesetzt hatten.

In der Diakonie wurden u. a. für die Geflüchteten
in der ZUE in Sankt Augustin Schutzmasken genäht.

 

Seit Monatsbeginn hatten Mitarbeitende der Diakonie rund 270 Masken gebracht, da es kaum Schutzmasken gab. Die mangelnden Möglichkeiten zum Selbstschutz hatte die Diakonie ebenfalls längst bei verschiedenen verantwortlichen Stellen angesprochen. Bis zum Bekanntwerden der Ansteckungen und der Quarantäne waren auch die evangelischen Kirchengemeinden in Sankt Augustin u.a. mit einem „Welcome-Cooking“ aktiv. 

Nun mehren sich die Sorgen, dass erkrankte Geflüchtete schwere Verläufe erleiden und in der Quarantäne zusätzlich belastet sind, etwa durch Vereinsamung oder Konflikte. Der Appell von Kirche und Diakonie an die verschiedenen Verantwortlichen lautet, sich mit aller Kraft gemeinsam für die in Not befindlichen Geflüchteten einzusetzen. Mittelfristig gelte es, das System einer zentralen Unterbringung zu verändern. Diese Form der Unterbringung verhindert die Selbstbestimmung der Menschen und stellt sie in vielerlei Hinsicht schutzlos.

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