Integration ist Familiensache

01.02.18
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Das Zusammenleben in der Familie erleichtert die Integration

Am heutigen Donnerstag will der Bundestag ein neues Gesetz zum Familiennachzug auf den Weg bringen. CDU/CSU und SPD haben sich bei ihren Koalitionsverhandlungen darauf geeinigt, den Familiennachzug bis Ende Juli auszusetzen. Danach soll der Nachzug auf 1.000 Menschen monatlich begrenzt werden. Für subsidiär Geschützte soll eine Härtefallklausel in Kraft treten – mit unbestimmter Größenordnung.

Diakonie-RWL appelliert an den Bundestag

Diese Vereinbarungen kritisiert das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe als unzureichend. Diakonie RWL-Vorstand Thomas Oelkers erklärt: „Verfassungsrechtlich und völkerrechtlich genießt die Familie einen besonderen Schutz. Wenn der Familiennachzug weiterhin ausgesetzt und anschließend kontingentiert wird, wird dieser Grundsatz verletzt und das Kindeswohl gefährdet.“
 
Nach kirchlichen Schätzungen ist davon auszugehen, dass deutschlandweit etwa 60.000 Menschen im Rahmen des Familiennachzugs zu den subsidiär Geschützten kommen würden. Das ist zu schaffen, so die Beurteilung der Diakonie-Fachleute. Familienzusammenführung schafft emotionale und soziale Stabilität und erleichtert Integration. Unbegleitete Minderjährige, die in großer Zahl in den Jugendhilfe-Einrichtungen der Diakonie RWL betreut werden, warten dringend auf die Zusammenführung mit ihren Familien, die in Kriegs- und Krisengebieten ausharren. In ihren etwa 140 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe betreut die Diakonie RWL in Wohngruppen etwa 2.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Familien sind die besten Integrationshelfer

Für Manfred Hoffmann, Leiter des Geschäftsfelds Flucht, Migration und Integration, sind Familien die ersten und besten Integrationshelfer. „Unsere Migrationsfachdienste in allen Regionen des Verbandsgebietes beobachten, dass sich unter den Geflüchteten Sorgen und Ängste um ihre Familien ausbreiten, die sie massiv beeinträchtigen“, erklärt der Migrationsexperte. „Der psychische Stress, häufig verbunden mit traumatischen Fluchterfahrungen, kann auch dazu führen, dass Menschen nicht nur krank, sondern anfällig für Kriminalität oder Extremismus werden“, warnt er.
 
Aus der Sicht des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe ist Integration eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Kirchen und Wohlfahrtsverbände waren mit ihren hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern in den vergangenen Jahren führende Akteure in der Begleitung und Betreuung von Zugewanderten. Die Diakonie RWL sucht das Gespräch mit der Landespolitik in der sozialpolitisch zentralen Frage, wie eine Integration mit menschlichem Gesicht so ausgestaltet werden kann, dass Vielfalt als Gewinn erlebbar wird.
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