Gemeinsam auf dem Weg

31.10.17
Foto: ekasur_jhp

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Rund 3000 Menschen nahmen an der Ekasur-Reformationsfeier teil

Klangvoll und in besonderer ökumenischer Gemeinschaft feierte der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein heute das 500jährige Reformationsjubiläum auf dem Gelände der Steyler Missionare in Sankt Augustin. Rund 3000 Menschen nahmen an der musikalischen Andacht teil, sangen kräftig mit und hörten von evangelischen und katholischen Geistlichen Worte, die von dem Willen geprägt waren, weiter aufeinander zuzugehen. „Was uns die Reformation gelehrt hat, ist die Wertschätzung und die Schönheit der Vielfalt. Und wir lernen, uns gegenseitig zu respektieren, selbst wenn wir nicht genau dasselbe denken. Uns Evangelische und Katholische verbindet die Wiederentdeckung des Evangeliums von der freien Gnade Gottes und heute ist eine wunderbare Gelegenheit, sich der gemeinsamen Wurzeln des Glaubens zu vergewissern“, sagte Superintendentin Almuth van Niekerk während der Andacht.

Vertrauen lernen, Versöhnung leben

Auch Hausherr Pater Dr. Piotr Adamek, Rektor des Missionspriesterseminars der Steyler Missionare, drückte seine Hoffnung auf den weiteren ökumenischen Weg aus: „Diesen besondern Tag nehmen wir zum Anlass, weiter miteinander Vertrauen zu lernen und Versöhnung zu leben, als ein Zeichen der Hoffnung für die Einheit der Christen.“

Kreisdechant Thomas Jablonka zitierte in seinem Dankgebet den katholischen Theologen Romano Guardini, der als Vordenker der Ökumene gilt: „Gott, hilf Du uns verbinden, was uns trennt.“ Anschließend sprachen Superintendentin van Niekerk und der Kreisdechant zusammen mit den Anwesenden das ökumenische Glaubensbekenntnis.

Vielfalt der Reformationstüren

Bunte Türen lockten die vielen Besucherinnen und Besucher schon vor der Andacht auf das Klostergelände. Unter dem Motto „Aufmachen“ hatten in den letzten Monaten die Gemeinden und Dienststellen des Kirchenkreises symbolisch ihre Kirchenpforten geöffnet und insgesamt 36 Türen mit Gedanken und Thesen zur Reformation gestaltet. Die in der Ausstellung präsentierte Vielfalt begeisterte die Gäste offensichtlich. Sie schauten sich die Türexemplare ausführlich an, kamen über manche Thesen mit ihren Nachbarn ins Gespräch, schmunzelten über witzige Ideen, machten Erinnerungsfotos mit dem Handy. Direkt am Eingang provozierte ein riesiger Fuß aus Pappmaché, der eine Holztür eintritt. Ein Tryptychon dreier Gemeinden machte den Menschen mit aufmunternden Worten Mut: „Gemeinde ist der Ort der offene Tür, wenn alle Türen zu sind“. Die nächste Pforte strahlte in den Farben des Regenbogens während eine weitere mit ihrer hell-gleißenden Oberfläche einer Himmelstür glich. Auf einem zweifarbigen Türrahmen ohne Tür machte das Schild „Nun stehen wir hier und könnten auch anders“ den Wunsch nach mehr Ökumene deutlich.

Kollekte für die Erstellung von Obdachlosenboxen

Einen großen Applaus für ihr Reformationsprojekt erhielt eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Carl-Reuther Berufskollegs. Sie konnten dem Verein „Little Home e.V.“ eine eigenhändig gebaute sogenannte Obdachlosenbox überreichen. Das knapp vier Quadratmeter große Holzhäuschen soll zukünftig einem Menschen ohne Wohnung ein Dach über dem Kopf bieten. Im Jahr des Reformationsjubiläums hatte die Schülergruppe des Berufskollegs im Re-ligionsunterricht überlegt, was sie für hilfsbedürftige Menschen tun könnten. Der Vorschlag von Pfarrerin Eva Zoske, eine Wohnbox für Obdachlose zu bauen, fand begeisterte Zustimmung und auch die Werklehrer für den Bereich Bau- und Holztechnik waren schnell von der Idee überzeugt. Das Projekt nahm Fahrt auf und so konnte das fertige kleine Zuhause jetzt auf der zentralen Reformationsfeier des Kirchenkreises an Sven Lüdecke übergeben werden, den Initiator des Vereins „Little Home e. V.“ Die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs planen, den Verein mit dem Bau weiterer Obdachlosenboxen zu unterstützen. Hoffnung, dass das auch finanziell klappt, machte ihnen Superintendentin Almut van Niekerk. Im kommenden Jahr wird es in den 33 Gemeinden des Kirchenkreises eine Kollekte zugunsten des Vereins geben. Das Material für ein Kleinst-Obdach kostet 650 Euro.

Preisverleihung Luther-Fotowettbewerb

Mit Spannung erwartet wurde die Preisverleihung des Luther-Fotowettbewerbs des Evangelischen Kinder- und Jugendreferates. Aufgabe war es, eine kleine Luther-Figur aus Plastik so in Szene zu setzen und zu fotografieren, dass wichtige Gedanken der Reformation deutlich werden. Die Jugendgruppe aus der Kirchengemeinde Sankt Augustin Niederpleis und Mülldorf überzeugte beim Online-Voting mit ihrem Foto und konnte als Gewinnerteam einen Gutschein über 300 Euro für die Gruppenkasse entgegen nehmen. Den zweiten Platz sicherten sich die Kirchenkids der Jugendschargruppe Eitorf und der dritte Platz ging an das Jugendcafé-Team des Hennefer "Klecks".

Fotogalerie: Impressionen der Reformationsfeier 2017
(Fotos: Markus Krüger und Jutta Huberti-Post)

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